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Filmarchiv Negativeland - Klassiker und Filmkunst |
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Ein Film von Constantin Costa-Gavras
Z Frankreich/Algerien 1969, 127 Min. Regie: Constantin Costa-Gavras. Darsteller: Yves Montand, Jean-Louis Trintignant, Irene Papas, Jacques Perrin, Charles Denner
Ein engagierter Abgeordneter und Professor (Yves Montand) wird während einer NATO-kritischen Veranstaltung ganz offen ermordet. Die Polizei und das Militär stellen den Mord als Unfall dar, ein junger und unerfahrener Ermittlungsrichter (Jean-Louis Trintignant) soll das gewünschte Ergebnis bestätigen. Doch der Richter erweist sich als unbestechlich und ermittelt sorgfältig, auch wenn er letzten Endes in der sich verschärfenden Lage im Land wenig Aussichten auf Erfolg hat.
Constantin Costa-Gavras' Meisterwerk ist ein spannender und wütender Politthriller, einer der besten seines Genres und ein oft nachgefragter Klassiker, der aber lange Zeit nicht zu bekommen war. Ebenfalls sehr zu empfehlen: Yves Montand als ermittelnder Generalstaatsanwalt in I wie Ikarus.
Heißer Draht ins Jenseits
13teilige ungarische Zeichentrickserie
Heisser Draht ins Jenseits Ungarn 1968/69, 13 Episoden
Die Abenteuer der ewig sich streitenden Familie Mézģa, bestehend aus Vater Géza, Mutter Paula und den Kindern Christa und Adolar. Letzterer entdeckt durch Zufall die Möglichkeit, über ein Transistorradio mit einem Nachfahren aus dem 30. Jahrhundert Kontakt aufzunehmen und sich sogar Hightech zusenden zu lassen, was natürlich für großartige Verwirrungen in der Gegenwart sorgt.
Die großartige ungarische Zeichentrickserie - Vorläufer von Adolars phantastische Abenteuer - ist endlich auf DVD erhältlich. Beide Serien sind Kult und für Kinder wie für Erwachsene gleichermaßen höchst amüsant und lehrreich. Die brillanten und pointierten Dialoge befinden sich auf höchstem Niveau, die deutsche Fassung ist ein Meilenstein der Synchronregie, so rasant wechseln sich die geflügelten Wortspiele ab.
Die Haut, in der ich wohne
Ein Film von Pedro Almodóvar
La Piel que Habito Spanien 2011, 120 Min. - Regie: Pedro Almodóvar. Darsteller: Antonio Banderas, Elena Anaya, Marisa Paredes, Jan Cornet, Roberto Álamo
Vor zwölf Jahren verlor Schönheitschirurg Ledgard (Antonio Banderas, nach 20 Jahren wieder in einem Film von Almodóvar) seine Frau durch einen schweren Autounfall, bei dem sie bei lebendigem Leibe verbrannte. Seitdem geht er ganz in seinen Forschungen nach der ultimativen Haut auf, die gegen Verletzungen immun ist. Und er scheint es tatsächlich geschafft zu haben. Ein düsterer Psycho-Thriller vom spanischen Meisterregisseur, der sich mit der Geschichte von einem modernen Frankenstein in für seine Filme ungewohntes Genre-Neuland wagt. Aber wie erwartet ist Almodovar weniger am Horror als an Fragen mulitpler Identitäten, Sexualität und Geschlechtlichkeit interessiert.
Nur wenige Regisseure haben eine solch eindeutige Handschrift, einen solch wiedererkennbaren Stil, solch durchgehend gleichbleibende Leidenschaften wie der Spanier. Das führt dazu, dass sich Almodóvars Filme, so unterschiedlich die Geschichten auch sein mögen, alle sehr ähneln, egal ob es sich um eine Komödie über hysterische Frauen oder einen Horrorfilm über einen verrückten Doktor handelt: schöne Menschen, satte Farben, grelle Kostüme, Maskeraden und Travestie; pralle Bilder des Lebens und Liebens und Sterbens; psychologisch eher unplausible Charaktere mit ungewöhnlichen Obsessionen, überraschende Plot-Turns, eine gehörige Dosis Extravaganz, ein Schuss Gender-Bending. - tip-berlin »
Gerhard Richter - Painting
Ein Dokumentarfilm von Corinna Belz
Gerhard Richter Painting Dokumentarfilm, D 2011, 93 Min. - Regie: Corinna Belz
Der 1932 in Dresden geborene und 1961 aus der DDR geflohene Gerhard Richter ist einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler, der auch schon mal als „Picasso des 21. Jh.“ bezeichnet wurde. Die Dokumentation zeigt den eher öffentlichkeitsscheuen Künstler bei der Arbeit. In ruhigen und konzentrierten Einstellungen lässt der Film den Zuschauer am persönlichen und spannungsgeladenen Schaffensprozess teilhaben. Im eindringlichen Porträt ist zu sehen, wie Richter malt, seine Bilder betrachtet und beurteilt, wie er mit ihnen kommuniziert, überlegt, verwirft, überarbeitet, manchmal auch zerstört und neu beginnt. Ein filmischer Versuch, dem großen Geheimnis künstlerischen Schaffens auf die Spur zu kommen und gleichzeitig eine faszinierende Reflexion über Film und Sehen.
Der Film ist ein Dokument für die Ewigkeit. Anders als andere Kunstdokumentaristen verzichtet er auf jeden Kamera-Ästhetizismus. Manchmal scheint die Fotografie geradezu nachlässig komponiert, aber das ist es gerade: Ein komponiertes Kamerabild wäre bereits eine Grenze,. Das Thema "Komposition auf der Fläche" macht Belz Gerhard Richter zu keinem Zeitpunkt streitig. Ebensowenig lenken ihre geradezu unverschämt einfach gehaltenen Fragen den Künstler in vorgezeichnete Interview-Bahnen. Richters Gespür für feinsinnige und vieldeutige Antworten dokumentieren dabei Archivbilder der Sechziger- und Siebzigerjahre... Gerade weil die Kamerabilder selbst nicht klug sein wollen, den Blick kaum lenken, gelang hier einer der wenigen neueren Dokumentarfilme, die wirklich eine Kinoleinwand füllen. - Berliner Zeitung »
Tyrannosaur
Ein Film von Paddy Considine
Tyrannosaur UK 2011, 92 Min. - Regie/Drehbuch: Paddy Considine. Darsteller: Peter Mullan, Eddie Marsan, Brian Dennehy, Paul Popplewell, Olivia Colman
Joseph lebt in einem anonymen britischen Vorort, dort, wo alle Hoffnung begraben liegt. Er ist arbeitslos und liebt nur seinen Hund, den er gleich zu Beginn totschlägt. Er kann seine Aggressionen kaum kontrollieren. Dann lernt er die engelsgleiche Verkäuferin Hannah kennen und siehe, Liebe keimt zwischen den beiden. Der grimmige Debütfilm des Schauspielers Paddy Considine gewann beim Sundance-Filmfestival den Regiepreis.
Im Gegensatz zu anderen sozialrealistischen Dramen hat Considine nicht mit Handkameras gearbeitet. Er verzichtet auf die scheinbar dokumentarische Ästhetik, die verwackelte Bilder schaffen. Considine drehte wunderschöne Aufnahmen im 2.35-Format für die große Leinwand. Seine Räume sind aufgeräumt und still. Ohne Unrat, ohne Lärm. Es gibt keine Dealer oder Prostituierten, das übliche Personal um Authentizität zu schaffen. Stattdessen immer wieder Joseph wie er in der Dämmerung, in der Nacht einsam über die Straßen oder Brachen der Stadt Leeds läuft. Diese Bilder erinnern eher an Western als an kleine britische Sozialdramen. Hier werden die Charaktere schön und bekommen etwas Heldenhaftes. Es ist großes Kino. - Die Zeit »
Ein Tick anders
Ein Film von Andi Rogenhagen
Ein Tick anders D 2010, 85 Min. - Regie: Andi Rogenhagen. Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Waldemar Kobus, Stefan Kurt
Beim Bewerbungsgespräch den Hitlergruß zu zeigen ist für die 17jährige Eva zwar keine Absicht, aber dennoch ein Bedürfnis. Doch in ihrer Familie hat man sie akzeptiert, schließlich sind solche und andere Ticks krankheitsbedingt, denn Eva leidet unter Tourette. Eva kommt mit ihrer Außenseiterrolle ganz gut zurecht, ohnehin ist ihre Familie auch nicht ganz normal: die Oma sprengt ihren alten Staubsauger mit China-Böllern in die Luft, der Vater sitzt in Schlips und Kragen im Park und schreibt Bewerbungen, die Mutter ist im Dauerkaufrausch, und Evas kleinkrimineller Onkel Bernie landet mit seiner Band einen Flop nach dem anderen. Doch als ihr Vater einen Job in Berlin angeboten bekommt, soll sie plötzlich ihre vertraute Umgebung verlassen, was um jeden Preis verhindert werden muss. Sehr symphatische und liebenswerte Komödie mit schrulligen Figuren, deren Geschichte aus der Perspektive des Mädchens erzählt wird.
Denn wie Jasna Fritzi Bauer in ihre gehandicapte Eva-Figur schlüpft, wie sie diese mit einer enormen Wärme und Energie überzeugend präsent ausstattet, vorstellt, ist imponierend. Großartig. Erlebnisreich. Liebevoll. Charismatisch. Mit sehr viel lautem wie leisem (Off-)Humor. Wenn ihr eigenwilliges Eva-Gehirn mal wieder auf Hochtouren läuft, ist sie grandios. Schimpfend, fluchend, grobmotorig zwischen Herz und Leid. Dabei mit einer bewundernswerten Natürlichkeit. Eine fantastische junge neue Schauspielerin gilt es auf der Leinwand zu entdecken. Facettenreich, aufregend, wunderbar menschelnd. - dradio »
Nader und Simin
Ein Film von Asghar Farhadi
Nader und Simin Iran 2011, 123 Min. - Regie: Asghar Farhadi. Darsteller: Peyman Moadi, Leila Hatami
Nader und Simin sind seit 14 Jahren verheiratet und leben gemeinsam mit ihrer Tochter Termeh in Teheran. Doch in der Ehe kriselt es seit langem und Nader und Simin stehen kurz vor der Trennung. Simin träumt davon, ihr Heimatland zu verlassen, damit ihre Tochter unter besseren Umständen aufwachsen kann. Nader weigert sich jedoch strikt gegen Simins Pläne einer Auswanderung, denn er will seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht alleine zurücklassen. Einen bereits genehmigten Ausreiseantrag lässt Nader verfallen. In ihrer Verzweiflung reicht Simin beim Familiengericht die Scheidung ein. Das meisterhafte, fesselnde Drama erhielt dieses Jahr auf der Berlinale den Goldenen Bären, die beiden Hauptdarsteller wurden mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.
Farhadi schafft es, aus einer höchstprivaten Situation heraus ein hochspannendes Gesellschaftsportrait zu entwickeln, bei dem keine Szene, kein Wort und keine Geste zu viel ist und bei dem man nie weiß, was als nächstes passieren wird. Gemeinsam mit den Figuren befindet sich der Zuschauer so auf der Suche nach der Wahrheit, die Farhadi nach und nach enthüllt – um am Ende festzustellen, das diese nicht von Bedeutung ist. Es sind die individuellen Beweggründe der handelnden Figuren, denen hier einzig und allein Relevanz zugemessen wird, und daß diese nicht miteinander vereinbar sind, macht die eigentliche Tragödie aus. - schnitt.de »
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Unser Verleihprogramm umfasst 15.000 Titel auf DVD und VHS. Ausserdem könnt ihr bei uns Filme, Filmzeitschriften und Filmplakate kaufen.
Filmzeitschriften
Schnitt Das Filmmagazin 04/2012 #66: 6 €
Splatting Image Das Magazin für den unterschlagenen Film 03/2012 #89: 5 €
Deadline Das Filmmagazin 03/2012 #32: 6 €
Angebote auf DVD
Jan Svankmajer's Alice
DVD 21,90 € sofort lieferbar

engl.F; inkl. Kurzfilm Darkness Light Darkness (1990)
Alice. CSSR/UK/D 1988. Regie: Jan Svankmajer
Diese Verfilmung von Lewis Carrolls Alice im Wunderland ist der erste Langfilm des berühmten tschechischen Filmkünstlers Jan Svankmajer und versetzt die wundersame Geschichte in eine sehr skurrile, von bösen Träumen und Prager Rumpelkammern ausgestattete Filmwelt, in der sich die Absurditäten der Vorlage in sehr origineller Form wiederfinden und einfallsreich zu neuem Leben erwachen.
Der Amphibienmensch
DVD 19,- € sofort lieferbar

russ.OF, dt. UT, engl.F, franz.F, div.UT; Doku, Filmmusik, u.a.
???????-???????. UdSSR 1962. Regie: Gennadi Kasanski, Wladimir Tschebotarjow
Verfilmung des gleichnamigen Romanes von Alexander Beljajew, der einer der ersten sowjetischen Science-Fiction-Autoren war. Der Film über den schönen Ichthyander, der wegen einer Lungenkrankheit mit Hilfe von implantierten Haifischkiemen unter Wasser leben muss und sich unsterblich in die traurige Gutierre verliebt, war einer der größten Erfolge des sowjetischen Kinos.
Ein andalusischer Hund + Das Goldene Zeitalter
DVD 21,90 € sofort lieferbar

dt. UT; inkl. Dokumentation A Proposito de Bunuel (Spanien 2000) u.a.
Un chien andalou. F 1929. L'Âge d'Or. F 1930. Regie: Luis Buñuel, Salvador Dalí
Die beiden Klassiker des surrealistischen Kinos von Luis Bunuel und Salvador Dali in einer DVD-Edition. Von den skandal-trächtigen Premieren in Paris bis heute wahrhaft zeitlose Filme, deren Bilder nichts von ihrer suggestiven Kraft verloren haben. "...was vermag ich gegen diejenigen, die geil sind auf alles Neue, selbst wenn es ihren tiefsten Überzeugungen ins Gesicht schlägt, gegen eine Presse, die unaufrichtig oder käuflich ist, gegen dieses stumpfsinnige Pack, das „schön“ oder „poetisch“ gefunden hat, was im Grunde nur ein verzweifelter, ein leidenschaftlicher Aufruf zum Mord ist." - Luis Buñuel
Einige Schwerpunkte in unserem Programm
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